Gut und vergleichsweise stabil sind die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 die Landrat Dr. Olaf Gericke und Timo Päßler, Direktionsleiter Kriminalität, Anfang März vorstellten. Und das, obwohl einer moderaten Steigerung der Fallzahlen um 239, entsprechend 1,65 Prozent, eine leicht rückläufige Aufklärungsquote von 0,8 Prozent gegenübersteht. Bei insgesamt 14.692 angezeigten Straftaten durchaus zufriedenstellende Quoten und gemessen am Landesdurchschnitt hervorragende Zahlen. Vor allem, wenn diese Zahlen ins rechte Licht gerückt werden. „Es werden deutlich mehr Sachbeschädigungen angezeigt, beispielsweise an Schulen, die früher der Hausmeister einfach so repariert hätte“, kommentierte Päßler beim Pressegespräch die Steigerung der sogenannten „sonstigen Delikte“ um 9 Prozent. Während bei bestimmten Straftaten, wie zum Beispiel die zu den Rohheitsdelikten zählenden Körperverletzungen, die Tat oft eine persönliche Vorgeschichte hat und die Täter daher schnell ermittelt werden können, liegt es in der Natur der Sache, dass bei anonymeren Straftaten, wie Einbrüchen und Diebstählen, die Aufklärung komplizierter ist.
Neben der seit Jahren immer weiter vorangetriebenen Stärkung der Präventivarbeit, die sich unter anderem bei den Wohnungseinbruchsdelikten auszahlt, wie die Zahl der erfolglosen Versuche zeigt, soll das mit 20 Mitarbeitenden neu geschaffene Kriminalkommissariat 4, das Anfang März seine Arbeit aufnahm, zu einer weiteren Verbesserung führen.
Keine neuen Mitarbeitenden, wie Päßler und Dr. Gericke betonten, sondern eine Konzentration erfahrener Kräfte in einer Kriminalwache, die nunmehr in 24-stündiger Bereitschaft mit sofortiger Einsatzmöglichkeit speziell in den Bereichen Spurensicherung, aber auch bei Todesfällen oder Sofortmaßnahmen, zum Einsatz kommt. „Wir schauen immer, wo wir besser werden können“, unterstrich Dr. Gericke die den Kreispolizeibehörden freigestellte Möglichkeit zur Schaffung dieser im Kreishaus ansässigen konzentrierten Sachbearbeitung, die sich zuvor auf den gesamten Kreis verteilte.
„Wir sehen ein Potential im Bereich der Spurenkriminalität“, ergänzte Päßler, der das mögliche größere Augenmerk der KK4 unterstrich.
Die Gesamtschau der Statistik birgt keine Überraschungen. Einmal mehr ist Ahlen, als größte Stadt des Kreises, auch führend bei den Fallzahlen. Die in diesem Zusammenhang positive Rote Laterne hat für das Jahr 2025 Everswinkel von Wadersloh übernommen. In Bezug auf die von der Bevölkerung stets mit Sorge betrachteten Wohnungseinbrüchen verdeutlicht die Statistik die relative Sicherheit im Kreis Warendorf. Selbst in Ahlen, das mit 64 Taten die Tabelle anführt, entspricht dies zirka einer Tat pro Woche. Everswinkel, Ostbevern und Sassenberg liegen mit je fünf Taten im Vorjahr am Ende der Liste.
Ahlen sowie Beckum und Oelde sind es auch, die die höchste Kriminalitätsbelastung im Kreis zeigen. Ein Zusammenhang mit der Autobahn, die eine schnelle Flucht ermöglicht, ist nicht nachweisbar, wird allerdings nicht ausgeschlossen. Weitere Zahlen sprechen deutliche Sprachen und bestätigen oder widerlegen Vermutungen. So gilt Kriminalität zu Recht als eher männlich, denn nur 25 Prozent der Tatverdächtigen sind weiblich. Die Zahl der Tatverdächtigen nicht deutscher Nationalität ist von 39 auf 37 Prozent gesunken. Rund 80 Prozent der im Fokus stehenden Personen sind Erwachsene, und die Deliktsstruktur der unter 21-jährigen weist mit 40 Prozent den höchsten Anteil bei den Rohheitsdelikten auf.

Timo Päßler (Direktionsleiter Kriminalität), Landrat Dr. Olaf Gericke und Andrea Mersch-Schneider (Abteilungsleiterin Polizei) gaben Anfang März die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 bekannt (von links)
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