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Neuanfang unter junger Leitung: Konzert am 19. Juli mit dem Westfälischen Kammerchor Warendorf

Freunde anspruchsvoller Chormusik haben sie wahrscheinlich in den letzten Jahren vermisst – die regelmäßigen Konzerte des Westfälischen Kammerchores Warendorf. Durch Krankheit und Tod des Gründungschorleiters Ansgar Kreutz war die Chorarbeit für lange Zeit zum Erliegen gekommen. Jetzt gibt es einen Neuanfang, denn seit einem knappen Jahr probt der Chor wieder im gewohnten Probenrhythmus von einem Probenwochenende pro Monat. Als neuer Chorleiter konnte Julian Robin Müller gewonnen werden. Mit 24 Jahren der Jüngste in der Runde, hat er bereits ein Dirigierstudium an der HfMdK Mannheim absolviert und befindet sich zurzeit im Masterstudiengang an der Musikhochschule Detmold. Verschiedene Stipendien und Preise zeichnen seine noch junge künstlerische Laufbahn aus. Mit genauer Klangvorstellung und viel Elan hat er den Westfälischen Kammerchor Warendorf auf das Ziel vorbereitet, sich endlich wieder vor Publikum zu präsentieren.

„In der Natur“ ist das Konzert überschrieben, mit dem der Chor am 19. Juli 2026 um 18 Uhr in der Marienkirche Warendorf sein Publikum in romantische und experimentelle Klangwelten entführen möchte. Diesen Titel trägt auch der Liederzyklus op.63 von Antonin Dvorak (1841-1904), der im ersten Teil des Programmes steht. Nach Texten des tschechischen Lyrikers Viteslav Hálek breitet Dvorak ein klangmalerisches Naturbild aus. Allgegenwärtig schwirrt die leichte Freude des anbrechenden Frühlings. Sanfte Melodien führen durch den abendlich verklingenden Wald, Abendglocken läuten und erfüllen die Landschaft ruhevoll mit Vorfreude auf den nächsten Tagesanbruch. Allmählich kündigt sich der Sommer an durch wogende Kornfelder und duftende Blumen, die zum Singen verleiten. Schon naht der Mai – eine prächtige Birke wird aufgestellt und das Leben gefeiert. Erde und Himmel sind erfüllt von Glanz und lauen Lüften.

Die bisher leider unterrepräsentierte Komponistin Fanny Hensel (1805 – 1847) – gleichsam ausgebildete Schwester Felix Mendelssohns – komponierte allein beinahe 300 Lieder. Darunter finden sich auch ihre Gartenlieder Op. 3, in denen sie romantische Gedichte Eichendorffs, Uhlands, Geibels und jenes ihres Gatten, Wilhelm Hensel, vertont.
Der nächtliche Wald führt an einen mondbeschienenen Fluss und verspricht nixenhafte Klänge alter Lieder, die nur in seiner stillen Gegenwart Gehör finden. Zwischen Ruinen und Myrtenbäumen, erscheinen Träume und funkelnde Sterne. Bald schon wird diesem Einklang sehnsüchtig nachgeblickt im Eindruck der fahl werdenden Natur. Noch wird der Frühling freudig erwartet, das Weichen der Nachtschatten und die neu erwachte prächtige Natur. Der anbrechende, goldene Tag ist noch in Bewegung, ein Rauschen geht durch den Wald, und als letztendlich die Sterne erscheinen, legt sich abendliche Ruhe über das Land.
Ein fröhlicher Waldspaziergang beschließt die Gartenlieder, auf dem euphorischer Gesang aus voller Brust vom Rauschen der Blätter verstärkt und getragen wird.

Abseits aller Noten wagt sich der Chor auch auf neues Terrain. Überleitend zu einigen Liedern wird es stimmliche Improvisationen geben, mit denen Naturphänomene klangmalerisch nachgezeichnet werden. 

Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

Der Westfälische Kammerchor Warendorf freut sich auf sein Konzert am 19. Juli um 18 Uhr in der Marienkirche Warendorf

Julian Robin Müller ist der neue Leiter des Westfälischen Kammerchores Warendorf

Fotos: Westfälischer Kammerchor Warendorf