Zukunftspaket Warendorf 2035: Verwaltung legt Konzept vor – Reduzierung von Personal- und Flächenaufwand, Zentralisierung an der Langen Kesselstraße, sowie Entwicklung freiwerdender Standorte.
Die Stadtverwaltung Warendorf legt dem Rat der Stadt das „Zukunftspaket Warendorf 2035“ vor. Das Zukunftspaket soll verschiedene Entwicklungen und Maßnahmen zusammenzusammenführen, die insbesondere die Verwaltungsorganisation, den Personal- und Flächenbedarf sowie die weitere Entwicklung städtischer Liegenschaften und somit die ganze Stadtgesellschaft betreffen.
Im Rahmen des „Masterplans Finanzen“ ist vorgesehen, den Stellenplan bis 2035 gegenüber dem heutigen Stand um mindestens 25 Vollzeitstellen zu reduzieren. Parallel ist eine Reduzierung der von der Verwaltung genutzten Flächen um mindestens 20 Prozent vorgesehen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Zukunftspakets ist daher die Prüfung und Konzeption eines Verwaltungscampus an der Langen Kesselstraße. Ziel ist eine möglichst zeitnahe räumliche Zentralisierung der Verwaltung. Dafür schlägt die Verwaltung vor, den Abwasserbetrieb und das Dezernat III vom Standort Freckenhorster Straße an die Lange Kesselstraße zu verlagern.
Orientierung für den Verwaltungscampus sollen die bewährten Strukturen vieler niederländischer Rathäuser sein. Diese bieten an einer zentralen Stelle im Sinne eines „One-Stop-Shop“ alle Dienstleistungen der Verwaltung bürgernah in zeitgemäßen Räumlichkeiten für die Bürgerschaft an.
Außerdem soll die Volkshochschule nach dem Vorschlag der Verwaltung von der Freckenhorster Straße in das derzeit von der Stadtbücherei genutzte Gebäude an der Kurzen Kesselstraße verlagert werden. Dort war die VHS bereits früher untergebracht.
Ein weiterer Bestandteil des Zukunftspakets ist eine geplante Verlagerung von Stadtbücherei und Tourist-Information auf das Brinkhausgelände. Beide Einrichtungen sollen dort als „Bürgercampus“ zusammengeführt werden. Die Stadtbücherei soll dabei ihren bereits erfolgreich eingeschlagenen Weg als öffentlicher Ort für Lernen, Begegnung und Kultur deutlich stärker weiterentwickeln können. Für die Tourist-Information ist eine Funktion als sichtbarer Eingangspunkt zum Brinkhausgelände und zur Altstadt vorgesehen.
Die Aufnahme des Bürgercampus in das noch zu beantragende ISEK für das Brinkhausgelände ist im Hinblick auf mögliche Fördermittel relevant und müsste daher noch in 2026 vorgenommen werden. Eine Förderung von Hochbaumaßnahmen ist grundsätzlich möglich, wenn in dem geförderten Gebäude dauerhaft eine öffentliche Nutzung vorgesehen wird.
Durch die geplanten Verlagerungen sollen mehrere bisher städtisch genutzte Standorte für andere Nutzungen verfügbar werden. Ziel ist es, die Standorte Freckenhorster Straße (Altes Lehrerseminar), Franziskusschule, Hermannstraße und Klosterstraße für eine Vermarktung vorzubereiten und damit unter anderem private Investitionen zu ermöglichen. Als mögliche Nutzungsformen werden unter anderem Wohnen, seniorengerechte oder betreute Wohnformen und Dienstleistungen genannt.
Die Verwaltung schlägt jetzt der Kommunalpolitik vor, zunächst einen Grundsatzbeschluss zu fassen, das Zukunftspaket weiter auszuarbeiten. Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss befasst sich in seiner Sitzung am 21. September 2026 mit der Vorlage. Die Entscheidung des Rates ist für den 01. Oktober 2026 vorgesehen
