Die unterstützende Hand der Bürgerstiftung Warendorf ist überall in der Stadt zu erkennen. Seien es die Beete und Flächen der Essbaren Stadt, die Büchersäule am ehemaligen Sparkassengebäude, die Emssee-Terrasse, die Fitnessgeräte am Emssee, oder immaterieller der Adventskalender, oder, oder, oder.
Dazu braucht es helfende Hände über die derzeit vier Personen im Vorstand, sieben in den Fachausschüssen und zirka 25 sogenannte „Zeitstifter“ hinaus. Zumal die Aufgaben nicht weniger werden. Es sei nicht leicht, Leute zu finden, obwohl die Mitarbeit durchaus erfüllend sei, betont die Stiftung. Es müsse auch nicht gleich Vorstandarbeit sein, man könne gerne auch niederschwellig einsteigen, unterstrich Klaus Oortmann, der neue Vorsitzende des Kuratoriums beim Pressegespräch Mitte September. Er löste Hermann Josef Vinke ab, der den Vorsitz, den er seit dem ersten Tag vor 16 Jahren innehatte, jetzt satzungsgemäß mit 80 Jahren abgeben musste. Kein programmatischer Wechsel, denn auch Oortmann ist seit dem ersten Tag dabei. Das Kuratorium zählt nach dem Wechsel aktuell fünf Mitglieder.
Sie alle blicken auf neue Herausforderungen, denn sowohl die selbst gestellten Aufgaben, als auch die Projektanfragen von außen, verändern sich. Einerseits werden die eigenen Projekte umfassender, angetrieben dadurch, dass aufgrund wachsender Erfahrungen komplexere Aufgaben in Angriff genommen werden. Andererseits erhöht sich die Anzahl der Anfragen aus dem öffentlichen Bereich.
„Eine deutliche Folge reduzierter Budgets“ konstatierte Vorstandsmitglied Klaus Ende. Dort wo sonst öffentliche Gelder für Projekte zur Verfügung gestanden hätten, müsse mehr und mehr auf sonstiges Sponsoring zurückgegriffen werden.
2025 wurden für die Umsetzung von insgesamt 20 eigenen sowie herangetragenen Projekten etwa 25.000 Euro aufgewendet. Die Durchführung der eigenen Projekte basiert auf der operativen Arbeit der ehrenamtlich Tätigen der Bürgerstiftung, fremde Projekte werden durch Begleitung unterstützt.
Beim Blick in die Zukunft hat die Bürgerstiftung weitere langfristige und nachhaltige Initiativen zur Stärkung des lokalen Zusammenhalts ins Auge gefasst. Darunter unter anderem verschiedene Einrichtungen im Zuge des Emsdurchstichs im Emspark oder eine Statue als Teil eines Industriedenkmals zur Anerkennung und Wertschätzung der historisch prägenden Textilwirtschaft. Zudem sollen 1.700 historische Ansichtskarten aus Warendorf mit Unterstützung von KI online bereitgestellt werden, um die Geschichte der Stadt sichtbar und greifbar zu machen. Darüber hinaus könne – in Anbetracht der „gefühlt großen Dichte“ an Künstlern – der Gedanke eines „Künstlerhauses“ als zentrale Anlaufstelle für die in Warendorf tätigen Künstler sowie kunstinteressierte Besucher verfolgt werden. Auch gebe es Gedanken, den unscheinbaren Marktbrunnen vor der ehemaligen Apotheke zu einer Attraktion für alle Besucher umzugestalten.
Besonderes Augenmerk dürfte auf den neuerlichen Versuch gerichtet werden, das Projekt Fontäne im Emssee wieder aufzunehmen „das 2024 von der Bezirksregierung nicht unterstützt wurde“, wie die Bürgerstiftung die seinerzeit hanebüchenen Ablehnungsgründe diplomatisch umschreibt.
Zu einer festen Warendorfer Institution hat sich der Adventskalender der Bürgerstiftung entwickelt, dessen Verkauf die größte Einnahmequelle der Bürgerstiftung darstellt. Die kommende 13. Ausgabe wurde zum 11. Mal von einer kunstschaffenden Person aus Warendorf gestaltet. Näheres will die Bürgerstiftung bei einem weiteren Pressetermin im Oktober mitteilen.

Informierten über aktuelle Entwicklungen bei der Bürgerstiftung: Hubert Schulze Althoff, Gerlinde Stephani, der scheidende Kuratoriumsvorsitzende Hermann-Josef Vinke, sein Nachfolger Klaus Oortmann, Klaus D. Ende und Bernhard Austermann (von links)
Foto: Rieder
