
Den Zweiten Weltkrieg hat die historische Altstadt von Warendorf gut überstanden. In den 70er Jahren haben sich Bürger erfolgreich gegen den Abriss von Gebäuden für eine autogerechte Stadt gewehrt. Ein starker Heimatverein und Freunde der einzigartigen Altstadt haben die gute Stube erhalten. Und jetzt? Jetzt hat die Verwaltung still und heimlich den Abriss des historischen Eiskellers am Emskolk beschlossen sowie den Abriss eines Hauses in der Lüninger Straße 20 genehmigt. Zwei Altstadthäuser wurden bereits abgerissen, Abrissgenehmigungen für zwei weitere Gebäude, Kolpingstraße (Haus Nordbeck) und Laurentiusstraße sind geplant. Warum kommen Touristen in die Stadt? Zum Bummeln und zum Erleben der Altstadt und des Emsseeparkes. Kirmes und Weihnachtsmärke gibt es woanders auch. Schleichend wird die Altstadt der nimmersatten Immobilienwirtschaft preisgegeben. Dabei gibt es doch eine Erhaltungssatzung für stadtbildprägende Gebäude und Straßenzüge. Andere Städte vermarkten aktiv ihre Sehenswürdigkeiten, wie z. B. Altenberge den historischen Eiskeller – wir reißen ihn einfach ab. Geht es der Stadt und den Kaufleuten so gut, dass die Attraktivität der Altstadt für Besucher und Touristen keine Rolle mehr spielt? Unsere baustellengeplagten Kaufleute begrüßen bestimmt, dass noch mehr gebaut und die historische Bausubstanz vernichtet wird … Cui bono – wem nützt das? Wohl doch nur dem Bauunternehmer und Immobilienvermarkter. Wir haben viele freie Grundstücke in neuen Baugebieten, z. B. In de Brinke, Milte und Freckenhorst – am Wohnungsmangel kann es also nicht liegen. Wir wollen modern sein? Bauen im Bestand ist der aktuelle Trend – nachhaltig sanieren ist zukunftsweisend. Hoffentlich kommt das auch beim Bauamt an! Ein modernes und fachkundiges Bauamt sollte Häuser sanieren statt abreißen – andere Städte beneiden uns um unsere Altstadt!
Ute Diekhans
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Diese Gebäude sollen abgerissen werden:

Haus Nordbeck in der Kolpingstraße

Eiskeller am Emskolk

Haus in der Lüninger Straße 20
Fotos: JS
