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Landrat informiert sich über Arbeit der Hospizbewegung und die Erweiterung des Hospizzentrums

Landrat Dr. Olaf Gericke und die Sozialdezernentin des Kreises Warendorf, Dr. Anna Arizzi-Rusche, haben sich bei ihrem Besuch bei der Hospizbewegung im Kreis Warendorf e. V. am 1. September 2026 umfassend über die Arbeit des Vereins und die geplante Erweiterung sowie die energetische und technische Sanierung des Hospizzentrums an der Straße Im Nonnengarten 10 informiert. Im Mittelpunkt des Besuchs stand dabei insbesondere der Austausch über die vielfältigen Aufgaben der Hospizbewegung und die Bedeutung der Hospizarbeit für die Menschen im gesamten Kreis Warendorf.

Der Vorsitzende der Hospizbewegung, Norbert Westerhoff, stellte den Gästen die Arbeit des Vereins und die Planungen für das bislang größte Projekt in der Geschichte der Hospizbewegung vor. Das Hospizzentrum soll umfassend modernisiert und erweitert werden. Vorgesehen sind unter anderem die Erweiterung des stationären Hospizes von derzeit acht auf zehn Plätze, eigene Bäder für alle Gästezimmer, neue Begegnungs- und Aufenthaltsräume sowie moderne Bildungs- und Beratungsräume. Darüber hinaus soll das Gebäude energetisch und technisch grundlegend saniert werden.

Für die Modernisierung und Erweiterung des Hospizzentrums sind insgesamt rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Rund 1,5 Millionen Euro Eigenkapital konnte die Hospizbewegung in den vergangenen Jahren bereits durch Spenden und Nachlässe aufbauen. Weitere eine Million Euro sollen in den kommenden zwei Jahren durch Spenden sowie die Unterstützung von Stiftungen und Unternehmen eingeworben werden. Die verbleibenden rund zwei Millionen Euro sollen über Kredite finanziert werden.

Beim Besuch des inzwischen vollständig leergeräumte Hospizzentrums erhielten Landrat Dr. Gericke und Dr. Arizzi-Rusche einen unmittelbaren Eindruck von den anstehenden Veränderungen. Dabei ging es nicht nur um die baulichen Maßnahmen, sondern vor allem um die Frage, wie die Hospizbewegung ihre Arbeit auch während und nach der Sanierung weiterführen und langfristig entwickeln kann.

Landrat Dr. Olaf Gericke: „Ich habe höchsten Respekt vor den Frauen und Männern, die sterbende Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden zur Seite stehen. Ich wünsche mir, dass diese wichtige Aufgabe an der Gesellschaft noch stärker wahrgenommen wird.“

Besonders deutlich wurde bei dem Besuch die große Bandbreite der Arbeit, die von den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten im Kreis Warendorf getragen wird. Dazu gehören die ambulante Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen in deren häuslichem Umfeld und in Pflegeeinrichtungen ebenso wie die Begleitung trauernder Menschen. Hinzu kommen Gesprächs- und Beratungsangebote rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer. Auch bei Informationsveranstaltungen zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind Ehrenamtliche als Referentinnen und Referenten tätig. Darüber hinaus engagieren sie sich in Vorbereitungskursen zur Sterbebegleitung und leisten wichtige Arbeit bei der Organisation von Veranstaltungen, Vorträgen und Angeboten der Hospizgruppen.

Dass ehrenamtliches Engagement dabei weit über die unmittelbare Begleitung von Menschen hinausgeht, zeigte sich auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Bauprojekt. Zahlreiche Ehrenamtliche unterstützten die Hospizbewegung unter anderem bei den erforderlichen Umzügen und halfen tatkräftig dabei, die Voraussetzungen für die umfangreichen Bauarbeiten zu schaffen.

Norbert Westerhoff erläuterte dem Landrat zudem die besondere bürgerschaftliche Ausrichtung der Hospizbewegung. Das Fundament der Vereinsarbeit bilde das Zusammenspiel von engagierten Ehrenamtlichen und beruflich Mitarbeitenden. Während die Ehrenamtlichen einen wesentlichen Teil der Begleitungs-, Beratungs- und Bildungsangebote tragen, übernehmen die hauptamtlich Beschäftigten unter anderem die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung im stationären Hospiz sowie Aufgaben in Koordination, Beratung und Verwaltung. Beide Bereiche seien eng miteinander verbunden und für die tägliche Arbeit unverzichtbar.

Auch die aktuelle Übergangssituation während der Bauphase wurde erläutert. Während der voraussichtlich rund 18-monatigen Bauzeit wird das stationäre Hospiz seine Arbeit in den Torhäusern an der Warendorfer Straße 10 in Ahlen fortsetzen. Die Koordination und Verwaltung der Hospizbewegung ist bereits im Juni in neue Räumlichkeiten an der Oststraße 1a in Ahlen umgezogen. Dort stehen geeignete Räume für Gespräche, Beratungen und Seminare zur Verfügung. Der Verein weist darauf hin, dass Ratsuchende und Interessierte sich ausschließlich an den neuen Verwaltungsstandort an der Oststraße wenden sollten, da an den Torhäusern keine Beratungs- oder Informationsräume zur Verfügung stehen.

Der Besuch von Landrat Dr. Gericke und Sozialdezernentin Dr. Arizzi-Rusche machte deutlich, wie vielfältig die Hospizarbeit im Kreis Warendorf aufgestellt ist und wie stark sie vom bürgerschaftlichen Engagement getragen wird. Mit der Sanierung und Erweiterung des Hospizzentrums schafft die Hospizbewegung zugleich die räumlichen und technischen Voraussetzungen, um ihre stationären, ambulanten, beratenden und begleitenden Angebote auch künftig verlässlich und auf hohem Niveau für die Menschen im gesamten Kreisgebiet anbieten und weiterentwickeln zu können.

Von links nach rechts: Regina Breitenbach (stellv. Vorsitzende) Dr. Norbert Westerhoff (Vorsitzender) Anna Arizzi-Rusche (Sozialdezernentin) Dr. Olaf Gerike (Landrat), Sigrid Große-Halbuer (Schatzmeisterin)

Foto: Kreis Warendorf